Surfen war gestern: Mit neuem Browser SpaceTime fliegen die Nutzer durch die Weiten des Web
Mit einem neuartigen Konzept will das New Yorker Start-up-Unternehmen SpaceTime den Browsermarkt aufmischen. Internetnutzer sollen mit dem neuen, ebenfalls SpaceTime genannten, Browser das Datennetz künftig dreidimensional erleben.
Das Internetsurfen wird dann zum Internetfliegen: Die neue Technik erinnert start an ein Computerspiel. Wie der Commander eines virtuellen Raumschiffes auf der Suche nach fremden Welten im Universium schweben die Benutzer durch die unendlichen Welten des Cyberspaces - anstatt an Sternen sausen sie aber an Webseiten vorbei.
Denn Internetseiten bekommen sie von Spacetime als freischwebende Objekte angezeigt. Benutzer von Windows Vista dürfte das bekannt vorkommen: Das neue Betriebssystem bietet eine ähnliche Funktion namens Flip 3D, bei der alle geöffneten Programmfenster als dreidimensionale Vorschaubilder zu sehen sind.
Das neue Surferlebnis beschränkt sich aber nicht nur auf komplette Webseiten: Wer etwa bei Google oder Flickr nach Bildern sucht, bekommt die gefundenen Fotos einzeln angezeigt und kann sie dann nacheinander an sich vorbeigleiten lassen.
Bei einer Google-Recherche lädt Space-Time nicht nur die Ergebnisanzeige, sondern auch die ersten zehn Webseiten, die die Suchmaschine gefunden hat. Die Suche im Internet wird auf diese Weise tatsächlich komfortabler: Man braucht nicht mehr jeden einzelnen Googletreffer anzuklicken, sondern kann die einzelnen Seiten bequem überfliegen. Allerdings dauert es selbst bei einer schnellen Internetverbindung recht lange, bis alle Vorschauseiten geladen sind.
Die Bedienung des neuen Browsers, der unter SpaceTime™ in einer Betaversion kostenlos heruntergeladen werden kann, ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Wenn man sich mit ihr jedoch erst einmal angefreundet hat, macht es eine Menge Spaß - sofern denn ein leistungsstarker Computer vorhanden ist. Denn SpaceTime verlangt dem System eine Menge ab: Ein Pentium 4 mit mindestens 2,5 GHz sollte nach Angaben der SpaceTime-Hersteller schon sein, beim Arbeitsspeicher sind 512 MB Ram das Minimum.
Doch trotz des innovativen Konzepts wird SpaceTime wohl kaum in der Lage sein, die Erwartungen seines Hersteller zu erfüllen. Die versprechen sich von ihrem Browser immerhin nicht weniger, als dass er das Surfen im Netz revolutioniert. Dafür stellt SpaceTime zumindest derzeit einfach zu hohe Anforderungen an den Rechner. Außerdem bleibt das Internet an sich flach: Wer sich eine Webseite in der Vollbildansicht anzeigen lässt, bekommt sie wie gewohnt zweidimensional zu sehen.
Mehr als ein erster Schritt in Richtung des 3-D-Internets ist SpaceTime somit noch nicht. Aber der neue Browser lässt erahnen, wohin der Internettrend gehen wird: zu dreidimensionalen, animierten Onlinewelten á la Second Life.
Link: SpaceTime™


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